Elite Weltmeisterschaft Frankreich

ar das für ein Rennen…Wahnsinn. So etwas hartes habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gemacht!

Aber erstmal der Reihe nach. Am 3.10 bin ich als letzten Test beim Querfeldein in Braunschweig an den Start gegangen. Mit einer Menge Spaß und Adrenalin fuhr ich bei Cross untypischen warmen und sonnigen Temperaturen ein gutes Rennen und landetet am Ende auf einen achten Gesamtplatz im Eliterennen.

Freitag fuhr ich früh am Morgen mit Teamkollege Kreuchi nach Ornans in Frankreich. Fast 900km wollten nicht so richtig enden, doch irgendwann kamen wir müde im Hotel an. Schnell schnappten wir unsere Räder und fuhren die letzten zehn Kilometer der WM Strecke. Total dreckig und mit Respekt schauten wir uns die technisch sehr anspruchsvollen Abfahrten an. Bei Nässe gleich doppelt so schwer fahrbar. Aber irgendwie gefiel mir das auch so.

Am Samstag morgen ging es gleich in der Früh noch mal auf die Strecke. Diesmal schaute ich mir die erste 15km Schleife an. Viele sehr bekannte Gesichter sah ich dort unterwegs und als Highlight traf ich den Trainer von Nino Schurter, Nico Siegtenthaler . Lange fuhren wir gemeinsam auf diesem schweren Streckenabschnitt. Echt interessant und die vielen kleinen Tipps und Anregungen helfen mir sicherlich gut weiter. Hinzu bestätigte er viele meiner Ansichten in Trainingslehre und Drumherum.

Nach dieser Runde ging es zum Treffen mit dem Bundestrainer Frank Brückner. Ein kurzes Gespräch, viele Freunde und anschließendes Teamtreffen.

Die letzte Pasta war verdaut und das Rad betriebsbereit, da ging es draußen los. Es regnete und alle wussten gleich was das auf dieser Strecke bedeuten würde. Jeder der 137 Starter wurden pünktlich aufgerufen und um 8.45Uhr fiel der Startschuss. Jeder der hier startet ist nicht nur dabei einfach einen Marathon zu fahren, sondern um sein Nationaltrikot und seine Stärke zu zeigen. Dem entsprechend zeigte sich auch sofort nach dem Start das Tempo. Mit vollen Tempo ging es flach aus Ornans raus und hinein ins französische Jura. Keine fünf Minuten vergingen und man war von oben bis unten durchnässt. Man sah kaum noch was und war nur am Brille putzen, bis auch da nichts mehr ging. In den ersten Abfahrten staute es sich und ich verlor wertvolle Zeit. Zu gern hätte ich dort Zeit gut gemacht, die ich besonders am ersten Anstieg liegen gelassen habe.

Mit jedem Meter mehr im Gelände musste man mehr zu Fuß bewältigen. Dei Strecke wurde so unglaublich tief. Immer wieder musste ich vom Rad, weil sich nichts mehr gedreht hatte. Den Schlamm musste ich mit den Händen entfernen um weiter zu kommen. Oft verzweifelte ich, wie das noch enden soll. Die technischen Passagen waren nur mit viel Risiko bzw. teils gar nicht fahrend zu bewältigen. Selbst zu Fuß überlegte ich oft wie ich da jetzt runter kommen sollte.

Trotzdem machte ich immer mehr Plätze gut. Am Anfang noch um den Platz 100 liegend ging es langsam immer weiter nach vorne. Ich überholte viele bekannte Gesichter und Fahrer.

Auf den letzten 10km wollte ich nochmals alles Geben und eine kleine Gruppe vor mir einholen. Einen nach dem anderen schnappte ich mir auch und ging mit Vollgas auf die letzten drei Kilometer. Doch da passierte das was schon oft in diesem Rennen passierte, es drehte sich nichts mehr. Ich versuchte schnellstens das Rad mit einem Stock frei zu bekommen und Fahrer um Fahrer passierten mich in dieser Zeit. Nach etlichen Minuten war das Rad wieder halbwegs fahrbar und ich fuhr die letzten Meter bis ins Ziel – Platz 59, Ziel Top 50 knapp verpasst, aber dennoch soweit zufrieden. Das Chaos begann aber nun von neu…die Drecksachen und eine Baustelle auf zwei Rädern…

Ein Erlebnis, aber einmal reicht das so in dieser Form 😉

Nun gehe ich endlich in die wohlverdiente Pause und bald werdet ihr mich des öfteren auf dem Crossrad oder beim Gewichte stemmen antreffen…

Bis dahin, kommt gesund durch den Herbst,

euer Micha

Teamvideo vom Rennen!