Mit der Defekthexe ins Glück

Nach mehreren Wochen eines hartnäckigen Infekts, bin ich endlich wieder zurück im Renngeschehen.

Ich bin absolut kein großer Fan von Antibiotikum, aber es war einfach unumgänglich das „Zeug“ länger einzunehmen.  Danach ging es mir aber schnell wieder besser und seit zwei Wochen trete ich in die Pedale.

Zum Einstand reiste ich nach Sundern Hagen im Sauerland. Der SKS Mega Sport Marathon lockte wieder die internationale Konkurrenz und versprach ein spannendes Rennen. Trotz des genialen Wetters in den letzten Wochen, erwartete uns eine schöne Schlammpackung. Aus dem vordersten Startblock, ging es gleich in einen langen Straßenanstieg. Das Tempo war schon hier sehr zügig. Meine Beine fühlten sich akzeptabel an und ich reihte mich mit in die Spitze ein.

Mit Mühe und Not konnte ich diese auch in der nächsten Rennzeit halten. Immer wieder musste ich am Ende der längeren Anstiege etwas reißen lassen und mich wieder herankämpfen. Ich spürte, dass ich mich noch nicht ganz Maximal belastet habe und nach gut 1,5h war ich nur noch in der Verfolgung. Dort erwischte ich auf einem Schotterweg einen sehr spitzen Stein. Dieser bohrte sich tief in meinem Reifen und beendete somit das Rennen für mich.

Nach längerer Reparatur fuhr ich im zügigen Trainingstempo ins Ziel. Als kleine Motivation sprinte ich die Bergwertung am letzten Anstieg des Tages hinauf. Für einen vierten Platz reichte es sogar. 😉

Nur einen Tag später ging es nach Bad Harzburg. Ein ganz anderer Kurs, mit vielen Trails, trockener Strecke und mehreren Runden machten das Rennen extra spannend.

Mein alter Teamkollege und Teamchef Lars van der Sloot stand neben mir am Start und ging mit 2,5min Vorsprung auf die Strecke. Diesen sicherte er sich aus dem Sprintrennen am Tag zuvor. Mit dem Startschuss fühlte ich mich richtig gut. Um einiges besser als noch am Vortag und schon am obersten Punkt des ersten Anstieges, ergriff ich das Zepter, holte einige Sekunden Vorsprung heraus und schloss zu Lars auf. Leider verlor ich meine Kette und musste sie durch einen kleinen Zwischenstop wieder auflegen. Dieses Malheur passierte mir noch mehrmals und immer wieder wurde ich überholt. In der letzten Runde wollte ich es wissen und zog von Anfang an das Tempo voll durch. Die Spitze wurde schnell gestellt und überholt. Der Abstand wurde schnell größer und ich fuhr mein Tempo Richtung Ziel. Das Defektpech sollte dennoch nicht vorbei sein und plötzlich sah ich, dass meine Bremsscheibe sich gelöst hatte. Mit viel Glück und sekundenschneller Reaktion stoppte ich und schaute mir das Elend an. Zum Glück war es mir möglich mit Puls 180, die Scheibe wieder aufzulegen und das Centerlock Ring mit Feingewinde wieder darauf zu schrauben. Mit gefühlten 2 statt 40NM ging die wilde Fahrt weiter und zu meiner Überraschung wurde ich nicht mehr eingeholt. Nach knapp 2,5h erreichte ich überglücklich den Sportpark. Die 57km und 1600hm brachten eine Menge Spaß, Kampf und Erfahrung.

Eine wie immer tolle Veranstaltung im Harz. Das ist wahrer Sport!!!

Morgen geht es für mich an den Gardasee. Das Chaos wartet und ich hoffe ebenso die Sonne.

Einen herrlichen 1. Mai, euer Schuchi.