Bronze, Holz und Regen – BIKE Festival Riva

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Alle Jahre wieder reiste ich routinemäßig zum Bike Festival an den Gardasee. Nach zügiger Anfahrt, wurden die letzten 15km von der Autobahnabfahrt bis Riva zur Geduldsprobe.

Ohne Training war der Tag dadurch auch schnell gelaufen und gemeinsam mit dem Team aßen wir gemütlich Abendbrot und schauten uns das Sprintrennen an, wo meine Teamkollgene Flo und Alex eine sehr gute Show zeigten.

Wie vorhergesagt regnete es am Freitag in strömen und so richtig bewegte sich niemand in der Ferienwohnung.

Irgendwann kam gegen Mittag doch eine leichte Aufbrauchstimmung auf und Teamkollege Torsten feilte an seinem Rad für das Bergrennen „Knack den Kurschat“. Sehr kurzfristig entschloss ich ebenfalls teilzunehmen und wir fuhren gemeinsam hinter dem Teambus zum Start. Einmal schauten wir uns den Anstieg an und stellten schnell fest, dass hier nicht nur die Power der Beine, sondern auch die Technik eine Rolle spielen wird. Die Kurven waren spiegelglatt und man durfte sich keinen Fehler erlauben.

Völlig durchnässt und ohne die nötige Betriebtemperatur ging es auf die Strecke. Die ersten Kurven und Antritte machten mir echt Probleme. Erst gegen Ende wurde ich so langsam warm, aber für knapp 200hm und 1000m reichte es nicht für eine Top Zeit und zum Schluss belegte ich einen dritten Rang der Lizenzklasse. Erstmals stand ich somit in Riva auf dem Podium.

Nach dem Rennen schaute ich kurz über das große Festival Gelände und besuchte Sponsor Scott. Anschließend die obligatorische Pizza und ab in die Wohnung. Flaschen richten, Frühstück zubereiten, Abendbrot Snack kochen und als letztes und eigentlich viel zu spät machte ich mich an mein Rad. Ich wählte neben meiner Standart Ausstattung des Scott Scale´s ein 32iger Kettenblatt an meiner Einfach-Kurbel. Damit kann man zwar nicht sonderlich schnell fahren, aber wiederum sehr gut klettern. Klettern ist auch das was man hier hauptsächlich machen muss.

Ganz neu starteten nicht alle 2500 Teilnehmer zusammen, sondern die Runde über 94km begann etwas früher. Dahinter ging der größte Teil der Fahrer auf den restlichen Distanzen auf den Kurs. Ich entschied mich für die 76km mit 2900hm.

Von Beginn an reihte ich mich weit vorne ein und kam relativ gut positioniert in den ersten Anstieg hinein. Ich hielt mich ohne ans Limit zu gehen in die zweite kleinen Gruppe und lag in den Top Ten. Meine Gruppe harmonierte sehr gut und zu viert kamen wir über den ersten Anstieg nach knapp 1000hm. Die Abfahrt war wie viele andere Streckenteile extrem schlammig und machte mir ordentlich Spaß. Jedoch ohne großes Risiko genoss ich diese und machte immer wieder Boden zu meinen Verfolgern gut. In einigen Schlammabschnitten kam mir meine Cyclocross Erfahrung zu gute und allein das Auf- und Abspringen vom Rad brachte wieder wichtige Sekunden. Zwar war laufen nicht immer nötig, aber manchmal ist man damit einfach schneller im tiefen Morast.

Der härteste Anstieg war mit einigen über 20% steilen Rampen extrem hart und im Gegensatz zum letzten Jahr fand ich einen guten Rhythmus den Berg hinauf über 800hm

Zusammen mit dem Österreicher Lukas Islitzer (Craft-Rocky Mountain Team) fuhr ich das gesamte Rennen. Wir harmonierten sehr gut und keiner konnte den andern Abschütteln. Durch die schwer zu erreichende Streckführung, war es für die Betreuer fast unmöglich für ausreichend Verpflegung zu sorgen und somit war die Flüssigkeitszufuhr stets sehr knapp.

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Die letzte Abfahrt hinab ins Tal fuhr ich ebenfalls auf Sicherheit. So richtig war ich auch nie darüber im Klaren, welchen Platz genau ich habe. Kurz vor Ende der Abfahrt, überholte ich meinen alten Kollegen Christian Kreuchler (Team r2 Bike). Ich wartete einen Moment und gemeinsam mit Lukas ging es die letzten fünf flachen Kilometer gen Ziel. Als das Tempo einen Moment zu hoch für mich war, musste ich kurz reißen lassen. Mit meinem 32iger Kettenblatt war ich einfach am Ende mit der Übersetzung und erst in einer der letzten Kurven stellte ich den Anschluss wieder her und sicherte mir zugleich den Sprint um Platz vier. Schade, erneut knapp am Podium vorbei. Einerseits freue ich mich über diese super Platzierung. Hätte mich jemand vor dem Rennen danach gefragt, hätte ich daran nicht geglaubt. Zu viel Vorbereitung fehlt meinem Körper, aber plötzlich fuhr ich in gewohnter Stärke. Anderseits ärgerte ich mich, dass ich nicht noch ein wenig mehr Dampf gemacht habe. Ich wusste nie auf welchen Platz ich lag. Nur selten war ich am Limit und gerade im Downhill wäre einiges mehr gegangen. Aber hätte wenn und aber… ich bin glücklich und schaue mit Freude auf die kommenden Herausforderungen.

Schade, dass ich viele von euch nicht gesehen habe am Gardasee, aber so schnell ich auch kam, war ich wieder auf dem Heimweg.

Bis bald und beste Grüße,

euer Schuchi

Ein Gedanke zu „Bronze, Holz und Regen – BIKE Festival Riva

  1. du fährst da vorne bei den ganz großen und nächstes mal ist es dann das podium. ich drücke dir eh immer die daumen.

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