Cyclocross DM Borna

Endlich war es soweit. Die Deutsche Elitemeisterschaft stand an. Es ging diesmal ins sächsische Borna und ich war schon relativ nervös.

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Außer einer Erkältung über Weihnachten, lief die Vorbereitung  gut und mit dem Sieg in Bad Harzburg wusste ich, dass meine Beine derzeit gut drehen können. Zwar schaffte ich es zeitlich nicht nach Borna vorher zu reisen um mir ausgiebig die Strecke anzuschauen, aber ein wenig kannte ich den Kurs aus den Vorjahren. Aber diesmal waren die Bedingungen ganz anders.

Bei starkem Schneefall startete ich zu Hause und war gespannt wie es 190km weiter in Borna am Himmel aussah. Zum Glück war das Wetter dort deutlich besser. Besonders für Januar war es mit vier Grad, viel Sturm und extrem schlammigen Boden relativ ungewöhnlich. Eigentlich erwartet man Schnee und Eis. Aber was solls, alle haben die gleichen Bedingungen und ich freute mich sowieso auf das was kommt.

Im Rudolf Harbig Stadion war gut was los. Ich setzte mich gleich auf mein Rad und drehte zwei Runden auf der 3,2km langen Strecke. Die Beine waren gut und der tiefe Schlammboden kam mir entgegen. Ich brauche immer etwas um den optimalen Luftdruck zu finden. Am Ende setzte ich auf 1,35bar. Sehr wenig, aber für Grip besonders in den Kurven und Anstiegen optimal. Bei Abfahrten ist es oft zu wenig, da es oft eine Kompression gibt und die Felge durchschlägt. Aber das ist kein Problem wenn man es weiß. Leider waren fast alle Anstiege unfahrbar geworden. Da hieß es schieben und tragen. Meine Schuhe setzten sich dabei extrem zu, womit ich einige Probleme bekam beim einklicken ins Pedal. Das kostete immer wieder wertvolle Sekunden und man hat in diesem Sport einfach keine Sekunden zu verschenken. Ich merkte, dass ich besonders bergab und in den Passagen wo man richtig Druck aufs Pedal geben konnte immer wieder Boden nach vorne gut machen konnte.

Der Start aus der dritten Startreihe gelang mir gut und ich kam um Platz 20 ins Gelände. Dort hieß es erstmal absteigen und schieben. Wir waren einfach zu viele Fahrer für die erste Engstelle und somit bildete sich schon hier eine lange Schlange. Zum Glück war ich der letzte der ersten großen Gruppe und wusste, dass meine Zeit immer im Verlauf des Rennens noch kommt. Schnell lag ich an Position 18 und konnte diese über eine lange Distanz halten. Ich wechselte mein Rad so wenig wie möglich um keine Sekunde zu verlieren. Die fast 3000 angereisten Zuschauer machten eine super Stimmung und das einige TV Sender ihre Kameras aufgebaut hatten, zeigt einmal mehr, wie sehr der Radsport in Deutschland am wachsen ist. Die Abfahrten nahm ich meist volles Risiko und hatte mehrfach (zum Glück nur leichten) Kontakt mit Bäumen, aber das war oft die kürzeste Linie. Danach auf Tempo kommen und bis zum nächsten Hindernis durchziehen. Teilsweise hatte man solche Probleme im Schlamm, das irgendwann nur noch laufen möglich war und man das mittlerweile schwere Rad schultern musste. Leider hakte es immer wieder beim einklicken so sehr, dass ich schnell wieder die Konkurrenz aus den Augen verlor.

In der sechsten von acht Runden erhöhte ich langsam mein Tempo, denn bisher war ich nicht immer im Anschlag. Ich schaffte einen der schwer zu fahrenden Anstiege problemlos und plötzlich war ich auf Platz 16. Leider wurde nur hundert Meter später für uns das Rennen beendet und Platz 15 lag nur ca. 100m vor mir…

Ich dachte erst ich bin im falschen Film, „80% Regel“ hieß es. Das konnte doch gar nicht sein. Ich wartete wirklich sehr lange bis der Führende und später neue Deutscher Meister Marcel Meisen vorbei kam und es waren lange nicht 80%. Wirklich schade. Besonders weil Fahrer die immer in Sichtweite waren bis zu 15min länger fahren durften. Gerade hinten raus malte ich mir noch so einiges aus.

Aber es ist nicht zu ändern und ich bin auch soweit zufrieden mit mir. Warum auch immer gibt es zwei Ergebnislisten. Einmal wurde ich auf Platz 16 und einmal auf Platz 18 geführt. Irgendwo dazwischen war es aber sicher 😉  Ich weiß das es noch einige Baustellen gibt wo ich gute Arbeit leisten könnte und daran werde ich arbeiten um noch besser gerüstet zu sein. Es war eine sehr schöne DM, mit einer würdigen und harten Strecke. Lob dafür nach Borna. Besonderer Dank gilt Martin Knape, er sorgte für den Support beim Rennen, sowie meinem Vater, der die ganze Crosssaison mir jede Arbeit abnahm und mich zusätzlich betreute während der Wettkämpfe-bei Wind und Wetter.

Ich werde nun eine Pause von ca. zwei Wochen einlegen und mit frischen Beinen in die Vorbereitung der MTB, Straßen und Cross Saison einsteigen. Einiges wird sich wie gesagt noch tun. Mehr dazu in den nächsten Tagen.

Bleibt alle gesund und beste Grüße,

euer Schuchi

Impressionen von facebook aus Borna. Danke an die tollen Photographen!!!

 

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