Portugal Tour und erster MTB Sieg auf FujiBikes

Nach einer kurzen Verschnaufpause zuhause stand die Portugal Tour vor der Tür.

Ohne großen Schlaf in der Nacht ging der Flug nach Porto schon früh´s um sechs. Schnell verging die Reise und samt Gepäck erwartete uns der Veranstalter. Nach kurzem Besuch des wunderschönen Strandes in Porto ging es mit dem Kleinbus nach Termas Sao Pedro do Sul – dem Ausgangspunkt fast aller Etappen und Ort unseres Hotels. Wir waren in einem schönen 4* Hotel direkt an einem großen Fluss, inmitten herrlicher Berge untergebracht.11156215_569333043170073_1900384816408447868_n

Christopher und ich waren sehr gespannt auf das, was uns erwartete. Ausgestattet mit zwei Fullys drehten wir am ersten Abend noch eine kleine Runde durch den Ort und genossen anschließend das schöne Buffet.

Am nächsten Tag ging es dann endlich los. Wir fühlten uns von Anfang an gut und nur ein platter Reifen warf uns aus dem international besetzten Rennen ein wenig zurück. Dennoch reichte es für einen vierten Gesamtrang. Auf der zweiten Etappe ging es bei uns noch ein wenig besser und wir holten uns bei schönstem Wetter, auf einer genialen Strecke, den dritten Tagesrang. Der schob uns auch auf den dritten Platz der Gesamtwertung.

Am dritten Tage stand die Königsetappe bevor – 110km und 3200hm. der Veranstalter sagte schon ein wenig voraus wie schwer der Weg bis ins Ziel werden würde. Und es wurde für uns noch viel schlimmer…

Ich machte von Anfang immer wieder Druck um die Führungsgruppe zu verkleinern. Bald waren wir nur noch vier Teams und es ging in eine lange Abfahrt. Hier ging das große Desaster los. Christopher erwischte eine Platten und genau im selber Moment passierte mir dasselbe. Schnell wurden die Defekte behoben und genauso schnell passierte es bei Christopher erneut. Nun war aber alles an Ersatzschläuchen und Patronen verschossen und er musste fast zwei Kilometer bis zu rettenden Hilfe laufen. Ich fuhr derweil locker weiter und…traute meinen Augen nicht. Die Luft zischte erneut aus dem Reifen und es standen fünf Kilometer Fußmarsch bevor. Christopher kam von hinten langsam wieder ran. Leider ging es Christopher immer schlechter und seine Grippe von vor einigen Tagen war wohl doch noch nicht ganz auskuriert.

Wir führten ein langes Gespräch und entschieden uns auf Nummer sicher zu gehen und der Gesundheit den Vorzug zu lassen. Von nun an waren wir raus aus dem Rennen. Ich wollte dennoch das Etappenrennen zu Ende bestreiten und fuhr alleine den ohnehin schon katastrophalen Tag in weitere Katastrophen. Hungerast, Platten, Blasen an den Füßen, …

War ich breit am Ende des Tages. Die nächsten Etappen verliefen sehr gut und ich hielt mich stets in der Spitze auf. Ich überzog nie komplett und fuhr zum Training die Rundfahrt bis ins Ziel. Der Weg bis dahin war gespickt mit wunderschönen Landschaften, sehr harten Streckenabschnitten und einer super Organisation. Schon jetzt plane ich auch 2016 wieder dabei zu sein. Es war wieder ein geniales Abendteuer und ich lernte wieder eine Menge Menschen aus aller Welt kennen. Einen großen Dank geht an meinen Teamkollege Christopher für die coole Zeit.

Endlich daheim angekommen, feierte ich noch ein wenig Ostern und Mia drehte auf ihrem ersten richtigen Fahrrad schnell allein die ersten Runden.

Ich versuchte mich von der Rundfahrt so gut es ging zu erholen und war die ganze Woche ganz schön kaputt.

Nach vier Tagen Pause hatte ich auch mein neues Fuji Race Hardtail endlich fertig und mit einer kurzen lockeren Runde in den Beinen ging es zum Klassiker an den Kyffhäuser. Beim int. Kyffhäuser Berglauf gaben sich fast 500 Radrennfahrer die Ehre und es ging von Beginn an heiß her.

So richtig wusste ich nie wie es mir geht und plötzlich fiel mir im bei Kilometer acht die Kette vom vorderen Single Blatt. Gefühlte 300 Sportler fuhren in dieser Zeit an mir vorbei und kurz darauf machte ich mich wieder auf die Jagd zur Spitze. Zum Glück blieb ich relativ ruhig und arbeitete mich schnell nach vorne. Kurz vor dem ersten Berg war ich auch endlich wieder dabei und ging ich nach kurzer Führungsfahrt von Stefan Danowski in Führung und forcierte das Tempo allmählich. Ich fühlte mich extrem stark, so das ich immer wieder eine Lücke reißen konnte. Nur Tom Ettlich und Felix Fritsch konnten folgen. So richtig Sinn machte es jedoch nicht, hier schon zu entkommen. Zu nah war die Verfolgung und zu flach war der kommende Streckenabschnitt.

Ich setzte mich immer wieder an die Spitze und drehte am Gashahn. Leider drehte es dabei erneut meine Kette von der Kurbel (Kettenführung ist nun endlich da). Anschließend brauchte ich über zehn Minuten bis ich zurück in der Spitze war. Dort angekommen sorgte ich unter anderem wieder für Tempo. Nun waren die letzten finalen Kilometer gekommen. Die Fahrer der großen Runde zogen noch 17Km extra und ich bog zusammen mit Max Feger ins Ziel ein. Wir fuhren ein sehr schnelles Finale und sprinteten ins Ziel. Mit nicht einmal einer Sekunde Vorsprung gewann ich erneut bei meinem „Heimrennen“ und sicherte mir meinen dritten Gesamtsieg am Kyffhäuser.

42km, 700hm, 32,8h/km!

Insgesamt war es wieder eine sehr gelungene Veranstaltung, die viele Starter und Zuschauer lockte. Strecke, Absperrung und Organisation sind hier zu loben. Leider muss man durch die sehr späte Siegerehrung und mehr als dürftigen Preise etwas Abstriche machen. Für 25-30 Euro Startgeld kann man mehr erwarten als einen Schal!

Nun aber geht die Reise weiter. Als nächstes stehe ich in Sundern Hagen beim SKS Marathon am Start, bevor ich am kommenden Sonntag mein Saisoneinstand auf der Straße gebe bei der Tour de Energie.

Einen schönen Frühling, gerne auch ohne Schal,

euer Schuchi 😉