Verbesserte Zielzeit in Willingen und nur 4sek Rückstand am Schleizer Dreieck

Vor Tabarz war ich aufgrund meines Sturzes erstmal außer Gefecht gesetzt und nach Tabarz benötigte ich Zeit zum erholen. So schnell verschafft man sich Freizeit 😉
Zwei Tage sollten reichen, mit vielen Trainingsstunden in den Beinen reiste ich mit meinem Straßenteam zum German Cycling Cup, um am Schleizer Dreieck für ein ordentliches Ergebnis zu sorgen.
130km und 1600hm sollten es verteilt auf drei Runden werden und nach dem scharfen Start brauchte ich einige Zeit um richtig warm zu werden bzw. erstmal nach vorne zu kommen. Gegen Ende der ersten Runde wurde ich an einem Anstieg jedoch ziemlich durch zurückfallende Fahrer eingeklemmt und ich sah nur noch in der Ferne den Zug abfahren. Das konnte ich aber nicht auf mir sitzen lassen und gab über 20min alles. Über 300 Watt im Schnitt und mit einer Menge Risiko eilte ich ganz allein hinterher. Ich passierte weitere Fahrer, die Federn lassen mussten und war dann wieder in der Spitze dabei.
Durchatmen war aber nicht, denn die vielen engen Straßen ließen durch den Ziehharmonika-Effekt immer wieder das Feld in die Länge ziehen. Irgendwie schaffte ich es weiter mich festzubeißen und bald blieben nur noch die Top Teams und ich übrig.
Am letzten Anstieg versuchte ich nochmals alles. Aber mehr als eine kleine Lücke entstand auf den kurzen Rampen nicht. Am Ende kam ich in dem 29-Fahrer-„Restfeld“ auf einen 23. Rang, mit nur knapp 4sek Rückstand zum Sieger.
Nur sechs Tage später rief Willingen nach der Marathon-Gemeinde. Tausende Besucher auf dem Festival und fast 2000 Marathon Starter strömten ins Sauerland.
Nach einer kurzen ging es um 7:30 Uhr auf die Strecke. Ich fühlte mich vom Start an überhaupt nicht frisch. Im Stehen fahren ging erstmal gar nicht bei mir und etwas Luft fehlte mir auch (Pollenprobleme habe ich immer mal wieder). Ich legte vorerst den Schongang ein, reihte mich in der dritten Gruppe ein und machte mir keinen Stress. Ich blieb ruhig und wollte nach der Streckenteilung noch mal alles probieren. Nach fast drei Stunden war es dann soweit. Der Motor lief! Ich konnte mit einer guten Gruppe super harmonieren.
Wir holten weitere Fahrer ein und irgendwann ging es mit Danowski, Feger, Rebs und Lindemann ins Finale. Das war geprägt von ständigen Tempoverschärfungen und ich konnte jedes Mal die Situation gut parieren.
Irgendwann nahm ich dann endlich das Zepter in die Hand, ich konnte sogar im Stehen fahren und es dauerte zwar etwas, aber dann war mein „Begleiter 2015“ Max Feger auch hinter mir. Das war ein hartes Stück Arbeit…doch plötzlich sah ich einen Belgier vor mir. Ich roch erneut Blut und kämpfte um jeden Meter. Die letzte Abfahrt ins Ziel war ich auch dann mit viel Übermut bereit und ging vorbei. Platz 5 über 95km und 2800hm in 3h57min. Fast 6min schneller als bei meinem dritten Platz 2013…
Beim duschen später traf ich erstmal den halben Landkreis Eichsfeld und genoss noch ein paar Stunden auf dem Festival Gelände.
Am kommenden Sonntag starte ich bei der Cross Country Elite DM. Ein guter Einstand nach fast fünf Jahren Abstinenz…